Warum wir den Versand nach Österreich und ins EU-Ausland vorerst aussetzen
TobiasDas hier ist kein leichter Beitrag für uns.
Viele von euch bestellen schon lange aus Österreich bei uns. Manche Namen kennen wir inzwischen fast auswendig, manche Pakete gingen immer wieder in dieselben schönen Orte, und jedes Mal war da dieses gute Gefühl: Unsere kleinen, liebevoll ausgesuchten Dinge machen sich auf den Weg und dürfen irgendwo ein Zuhause noch ein bisschen gemütlicher machen.
Umso trauriger sind wir, euch heute sagen zu müssen: Wir setzen den Versand nach Österreich und in die übrigen EU-Länder vorerst aus.
Der Grund dafür ist die neue EU-Verpackungsverordnung, kurz PPWR. Sie gilt allgemein ab dem 12. August 2026 und bringt für den grenzüberschreitenden Onlinehandel neue Pflichten rund um Verpackungen, Registrierung, Meldungen und Bevollmächtigte mit sich.

Wir unterstützen den Gedanken dahinter. Wirklich.
Die Idee, Verpackungen zu vermeiden, Materialien sinnvoll einzusetzen und Recyclingfähigkeit zu verbessern, unterstützen wir voll und ganz.
Das ist für uns auch nichts Neues, das wir erst durch eine Verordnung entdeckt hätten. Wir haben schon bisher im Alltag darauf geachtet, Verpackungen wiederzuverwenden, Kartons sinnvoll weiterzunutzen und vorwiegend natürliche Verpackungsmaterialien mit hoher Recyclingfähigkeit einzusetzen. Nicht, weil irgendwo ein Häkchen gesetzt werden musste, sondern weil es sich für uns richtig anfühlt.
Wir möchten schöne Dinge verschicken, aber eben nicht gedankenlos. Ein Paket darf liebevoll gepackt sein, ohne unnötig verschwenderisch zu sein. Genau so haben wir das bisher gelebt und genau so möchten wir es auch weiterhin tun.

Das Problem ist also nicht der Nachhaltigkeitsgedanke. Das Problem ist die Umsetzung.
Warum es für kleine Händler so schwer wird
Nach unserer aktuellen Recherche müssen kleine Onlinehändler, die direkt an Kundinnen und Kunden in andere EU-Länder verkaufen, künftig sehr genau prüfen, welche Pflichten im jeweiligen Zielland entstehen. Dazu können unter anderem Registrierung, Mengenmeldungen, Finanzierungspflichten und ein sogenannter Bevollmächtigter für die erweiterte Herstellerverantwortung gehören.
Und genau hier wird es für kleine Shops wie unseren schwierig: Es geht nicht nur um ein Formular. Es geht um unterschiedliche Länder, unterschiedliche Verfahren, zusätzliche Kosten, laufende Meldungen und rechtliche Unsicherheiten. Für große Unternehmen mit eigenen Abteilungen ist das vielleicht ein weiterer Prozess. Für viele kleine Händler ist es eine Hürde, die im Alltag kaum sinnvoll tragbar ist.
Wir möchten rechtlich sauber arbeiten. Wir möchten nichts „irgendwie“ machen. Und wir möchten euch auch nichts versprechen, was wir am Ende nicht verlässlich halten können.
Deshalb treffen wir diese Entscheidung jetzt schweren Herzens: Bis es eine praktikable Lösung gibt, liefern wir vorerst nur noch innerhalb Deutschlands.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung, sondern erklärt unsere aktuelle Entscheidung und unseren Recherche-Stand.
Für unsere Kundinnen und Kunden in Österreich
Gerade Österreich tut uns besonders leid. Ihr seid für uns ein starkes und sehr geschätztes Kundensegment, und wir wissen, dass viele von euch unsere Deko, Boxen und kleinen Lieblingsstücke regelmäßig bestellt haben.

Eine mögliche Alternative können Paketweiterleitungsdienste sein. Dabei bekommt ihr eine Lieferadresse in Deutschland, bestellt im Shop an diese deutsche Adresse und lasst euch das Paket anschließend nach Österreich weiterleiten.
Wichtiger Hinweis:
Die folgenden Anbieter wurden von uns nicht geprüft. Wir stehen mit keinem dieser Anbieter in offizieller Kooperation, erhalten keine Provision und können keine Haftung für Preise, Laufzeiten, Zustellung, Retouren oder sonstige Abläufe übernehmen. Bitte prüft vor der Nutzung selbst, ob der jeweilige Service für eure Bestellung passt.
Unsere stärkste Empfehlung nach Recherche: AllesPost Deutschland
Wenn wir nach unserer Recherche eine erste Anlaufstelle nennen müssten, wäre es für viele Kundinnen und Kunden vermutlich AllesPost Deutschland von der Österreichischen Post. Der Dienst richtet sich genau an Fälle, in denen ein Online-Shop nach Deutschland liefert, aber nicht nach Österreich. Ihr erhaltet eine deutsche Lieferadresse, die Sendung wird dort erfasst und anschließend nach Österreich weitergeleitet.
Für uns wirkt AllesPost Deutschland besonders naheliegend, weil dahinter die Österreichische Post steht, der Ablauf sehr klar beschrieben ist und auch eine Retourenlösung erwähnt wird. Für viele von euch dürfte das die unkomplizierteste Variante sein.
Weitere mögliche Alternativen
Je nach Wohnort, Paketgröße oder persönlicher Vorliebe könnten auch diese Dienste interessant sein:
- LogoiX – deutsche Lieferadresse in Freilassing, besonders interessant für Kundinnen und Kunden im Raum Salzburg oder für gesammelte Nachsendungen.
- lieferadresse-deutschland.at – Paketweiterleitung nach Österreich mit DPD und persönlicher deutscher Lieferadresse.
- Österreich Paket – deutsche Lieferadresse und Weiterleitung nach Österreich.
- D-A-Packs – Logistiklösung zwischen Deutschland und Österreich, unter anderem mit Depot- und Weiterleitungsoptionen.
Bitte schaut euch die Bedingungen ganz in Ruhe an. Manche Dienste haben Grenzen bei Gewicht, Größe, Warenart, Laufzeiten oder Retouren. Da wir diese Anbieter nicht selbst getestet haben, können wir euch hier leider nur eine Orientierung geben.
Kann man sich irgendwo engagieren?
Bei unserer Recherche sind wir auf eine Petition gestoßen, die sich für eine Überprüfung beziehungsweise Anpassung der EU-Verpackungsverordnung im Sinne kleiner Onlinehändler einsetzt:
Petition „Stoppt die EU-Verpackungsverordnung (PPWR) zum Schutz von Online-Händlern“ ansehen
Dort wird außerdem darauf hingewiesen, dass parallel eine offizielle Bundestags-Petition vorbereitet beziehungsweise geprüft wird. Sollte diese öffentlich zur Mitzeichnung freigeschaltet werden, lohnt es sich sicher, auch dort noch einmal nachzuschauen.
Uns geht es dabei nicht darum, Umweltschutz auszubremsen. Im Gegenteil. Wir wünschen uns nur eine Lösung, die Nachhaltigkeit stärkt, ohne kleine Händlerinnen und Händler mit einer Bürokratie zu überfordern, die in keinem sinnvollen Verhältnis zu wenigen Paketen über die Grenze steht.
Wer nachlesen möchte
Zur Orientierung haben wir uns unter anderem bei der Europäischen Kommission, beim Bundesumweltministerium und in aktuellen Einschätzungen für Onlinehändler informiert. Die Lage kann sich natürlich weiterentwickeln, deshalb beobachten wir das Thema weiter.

Und jetzt?
Wir wissen, dass diese Nachricht für viele von euch ärgerlich und enttäuschend ist. Für uns ist sie das auch. Wir haben unsere österreichischen Kundinnen und Kunden wirklich sehr ins Herz geschlossen und hoffen sehr, dass wir euch nicht dauerhaft verlieren.
Vielleicht findet die Politik in naher Zukunft eine einfachere, pragmatischere Lösung für kleine Händler. Eine Lösung, die Verpackungsvermeidung und Recyclingfähigkeit wirklich voranbringt, aber gleichzeitig anerkennt, dass ein kleiner Onlineshop nicht wie ein Großkonzern arbeiten kann.
Bis dahin bleibt uns nur, ehrlich mit euch zu sein und diesen Schritt vorerst zu gehen.
Danke für euer Verständnis, eure Treue und eure lieben Nachrichten. Und an alle aus Österreich: Wir hoffen sehr, dass wir bald wieder einen einfachen Weg zueinander finden. 🤍
Bis bald
Eure Sabrina und Tobi